Christina Pointner-Niederhofer ist Marketing Automation Managerin im Werbemarkt der Kleinen Zeitung, einem österreichischen Medienunternehmen mit regionalem Schwerpunkt in Print, Digitaljournalismus und Werbelösungen. Beim Customer Relationship Summit 2026 zieht sie einen ehrlichen Vergleich zwischen den ursprünglichen Erwartungen an Marketing Automation und dem, was in der Medienbranche tatsächlich funktioniert.
Die wichtigsten Take-aways
- Standard-Best-Practices greifen in der Medienbranche oft nicht 1:1.
- Andere Voraussetzungen als im klassischen B2B- oder E-Commerce-Kontext erfordern eigene Lösungswege, so eine der zentralen Erkenntnisse aus drei Jahren Praxis.
- Marketing Automation ist mehr als gut gebaute Workflows.
- Daten, Content, relevante Touchpoints und kontinuierliche Optimierung sind aus Erfahrung mindestens genauso entscheidend für den Erfolg und werden oft unterschätzt.
- Komplexer ist nicht automatisch besser.
- Pointner-Niederhofers größter Aha-Moment: Kleine, klar abgegrenzte Automationen zeigen oft schneller Wirkung und lassen sich leichter testen als große, überfrachtete Systeme.
- Der größte Fehler von Unternehmen:
- zu stark aus der eigenen Perspektive zu denken, statt konsequent von den Bedürfnissen der Kund:innen her zu planen.
- KI verstärkt die Bedeutung von Datenqualität, statt sie zu ersetzen.
- Technologie allein löst kein schlechtes Konzept, gute Inhalte, saubere Daten und eine durchdachte Customer Journey werden dadurch sogar wichtiger.
- Praktischer Rat:
- Nicht mit dem Tool, sondern mit dem konkreten Kunden- oder Businessproblem starten, klein beginnen und aus ersten Ergebnissen lernen.
Zum Interview
Worum wird es in deinem Vortrag gehen? Kannst du den Inhalt grob umreißen?
Ich zeige anhand konkreter Praxisbeispiele, welche Erwartungen wir ursprünglich an Marketing Automation hatten und welche Learnings wir im Zuge der Umsetzung für unser Unternehmen daraus gezogen haben. Denn nicht jede Best Practice lässt sich 1:1 übertragen, gerade in der Medienbranche gelten oft andere Voraussetzungen und Anforderungen als in klassischen B2B- oder E-Commerce-Kontexten, für die viele Standardansätze eigentlich gedacht sind.
Warum machst du beim Customer Relationship Summit mit?
Ich freue mich sehr darauf, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen und gleichzeitig einen Beitrag dazu zu leisten, mehr Frauen auf Bühnen und in fachlichen Diskussionen rund um CRM und Marketing Automation sichtbar zu machen. Aus meiner Sicht bereichern unterschiedliche Perspektiven die Branche enorm, und ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen.
Worauf können sich die Teilnehmer:innen bei deinem Vortrag freuen?
Auf konkrete Beispiele, die damit verbundenen Learnings und Impulse, die sich auch auf eigene CRM- und Marketing-Automation-Projekte übertragen lassen. Ich möchte zeigen, welche Erwartungen wir anfangs hatten, wie sich diese in der Praxis entwickelt haben und was wir heute mit diesem Wissen anders machen würden.
Wenn du einen Punkt hervorheben könntest, der in deinem Vortrag besonders wichtig ist — welcher wäre das?
Marketing Automation ist weit mehr als gut gebaute Workflows. Daten, Content, relevante Touchpoints und eine kontinuierliche Optimierung sind mindestens genauso entscheidend für den Erfolg und werden aus meiner Erfahrung in der Praxis oft unterschätzt.
Was ist aktuell das spannendste Thema in deinem fachlichen Umfeld?
Für mich ist es die Frage, wie wir aus einer stetig wachsenden Datenmenge tatsächlich relevante und persönliche Kommunikation für unsere Kund:innen ableiten können.
Welchen Trend im Bereich Customer Relationship / CRM / Marketing & Sales Automation siehst du für die nächsten Jahre als besonders relevant?
KI hat Marketing Automation bereits spürbar verändert und wird das auch in Zukunft weiter tun. Gleichzeitig wird dadurch die Bedeutung von relevanten Inhalten, guter Datenqualität und einer wirklich durchdachten Customer Journey noch größer, denn Technologie allein löst kein schlechtes Konzept.
Was ist der größte Fehler, den Unternehmen im Umgang mit ihren Kund:innen machen?
Zu stark aus der eigenen Unternehmensperspektive zu denken und zu wenig danach zu fragen, was Kund:innen aktuell tatsächlich brauchen. Oft wird Kommunikation an den eigenen Zielen ausgerichtet, statt konsequent von den Bedürfnissen der Kund:innen her zu denken.
Was war für dich persönlich der größte Aha-Moment in deiner beruflichen Laufbahn im Bereich Customer Relationship?
Laufbahn im Bereich Customer Relationship?**
Die Erkenntnis, dass komplexer nicht automatisch besser bedeutet. Kleine, klar abgegrenzte Automationen können oft deutlich schneller Wirkung zeigen und lassen sich viel leichter testen und optimieren als große, überfrachtete Systeme.
Welchen Tipp würdest du Teilnehmer:innen mit auf den Weg geben, die dein Thema in die eigene Praxis übersetzen möchten?
Nicht mit dem Tool, sondern mit dem Problem starten: Welches konkrete Kunden- oder Businessproblem möchte ich eigentlich lösen? Und dann lieber klein anfangen, erste Ergebnisse sammeln und aus diesen kontinuierlich lernen, statt von Beginn an alles perfekt lösen zu wollen.





